[2019] Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Durch eine schwere Krankheit oder einen Unfall kann die berufliche Karriere von heute auf morgen beendet sein. Jeder vierte Erwerbstätige in Deutschland wird vor Erreichen des Rentenalters berufsunfähig. Der Verlust des Einkommens kann durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung  und die BU Rente abgefangen werden.


Wann eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist und welche Alternativen es auch bei bestehenden Vorerkrankungen gibt, zeigt Ihnen dieser Ratgeber.

INHALT

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KAPITEL 1

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

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KAPITEL 2

Was sind die Ursachen für Berufsunfähigkeit?

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KAPITEL 3

Für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

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KAPITEL 4

Wert der Arbeitskraft

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KAPITEL 5

BU Rente trotz gesetzlicher Rentenversicherung?

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KAPITEL 6

Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll auch mit Vorerkrankungen?

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KAPITEL 7

In welcher Höhe ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

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KAPITEL 8

Fazit

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KAPITEL 1

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?


Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, abgekürzt BU-Versicherung, ist eine private Versicherung für den Fall einer Arbeitsunfähigkeit. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll, da sie die Absicherung des Einkommens mit einer BU Rente auf Basis des netto Arbeitsentgeltes ermöglicht. Das heißt, im Fall einer Berufsunfähigkeit wird eine BU Rente durch die Berufsunfähigkeitsversicherung gezahlt. 


Wie die private Unfallversicherung zählt die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den privaten Vorsorgeversicherungen für die finanzielle Absicherung. Wenn wegen einer durch Krankheit oder Unfall verursachten Beeinträchtigung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit eine Ausübung des Berufes nicht mehr möglich ist, sichert die BU Rente den Lebensunterhalt.


Eine Versicherung kann als sogenannte Berufsunfähigkeitszusatzversicherung, abgekürzt BUZ, in Verbindung mit einer Lebens- oder Rentenversicherung oder als eine sogenannte selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz SBU, abgeschlossen werden.


Versicherungsgesellschaften und Versicherungsvermittler halten natürlich die Berufsunfähigkeitsversicherung für sinnvoll und unverzichtbar. Aber wen wunderts? Bei diesem Thema sind sich ausnahmsweise alle einig, die ansonsten zu Versicherungsthemen auch andere Auffassungen vertreten. So schreiben zum Beispiel:


Verbraucherzentrale Hessen:

Der Verlust der Arbeitskraft bedeutet in der Regel auch eine deutliche Einkommenseinbuße. Über das Ausmaß dieser Versorgungslücke sind sich viele jedoch nicht bewusst. Vor Krankheit oder Unfall kann man sich kaum schützen – vor den finanziellen Folgen schon.

Stiftung Warentest: Eine Versicherung gegen Berufs­unfähigkeit (BU) gehört zu den wichtigen Versicherungen, die jeder haben sollte.

Finanztip: Fast jeder braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung – egal ob Dachdecker oder Sachbearbeiter. Denn nicht nur kaputte Knochen können berufsunfähig machen, sondern auch psychische Leiden.

Das Investment: Können Arbeitnehmer und Selbstständige ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben, schützt die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) vor finanziellen Einbußen. Besonders wichtig ist dieser Schutz, wenn vom Einkommen des oder der Versicherten viele Menschen abhängen.

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KAPITEL 2

Was sind die Ursachen für Berufsunfähigkeit?


Verschiedene statistische Erhebungen zu den Ursachen einer Berufsunfähigkeit kommen zu ähnlichen Ergebnissen, dargestellt werden Durchschnittswerte:

Unfälle ca. 9 – 12 % (Arbeitsunfälle und Unfälle im privaten Bereich)

Krebs & Tumore ca. 14 – 16 %

Erkrankungen des Herz- & Kreislaufsystems ca. 12 – 16 %

Nervenerkrankungen & Psyche ca. 26 – 32 %

Erkrankungen des Skelett- & Bewegungsapparates ca. 24 – 26 % (häufig junge Menschen unter 40 Jahren)


Depressionen und der sogenannte Burnout werden in Studien für praktisch alle Berufsgruppen mit deutlich steigender Tendenz als Ursache für eine Berufsunfähigkeit genannt. Menschen im Alter von über 50 Jahren werden häufiger durch psychische Erkrankungen berufsunfähig als durch körperliche Beeinträchtigungen.


Dabei sind die Ursachen abhängig von Geschlecht und Alter – junge Männer werden eher als Frauen auf Grund eines Unfalls berufs- oder erwerbsunfähig. Allerdings wird anhand der Ursachenanalyse auch deutlich, dass jeder berufsunfähig werden kann, nicht nur Mitglieder sog. „Hochrisikoberufe“ wie z.B. Gerüstbauer und Dachdecker.


Dies zeigt, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, unabhängig davon in welchem Beruf man arbeitet oder wie alt man ist.

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KAPITEL 3

Für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?


Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll für all diejenigen, die auf ihr Einkommen angewiesen sind, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.


Eine BU Rente hilft Ihnen, falls Sie irgendwann nicht mehr arbeiten können, denn die Leistungen der Erwerbsminderungsrente ist in keinster Weise ausreichend, um davon leben zu können. Darüber hinaus ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll für alle, die als Selbstständige oder Freiberufler keine Beiträge auf freiwilliger Basis in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.


Diese Personengruppe hat daher keinerlei Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente. Selbstständige und Freiberufler können ihren Lebensunterhalt nur mit einer BU Rente absichern.


Wer ein regelmäßiges Einkommen beispielsweise aus Vermietung oder Verpachtung erzielt, für den ist eine BU Rente sinnvoll, wenn diese Einnahmen nicht für den Lebensunterhalt ausreichen. Grundsätzlich ist eine BU Rente sinnvoll, wenn im Falle einer Berufsunfähigkeit nicht genügend privates Vermögen vorhanden ist, um den Lebensunterhalt zu sichern.

Wenn BU Rente, dann aber richtig. Ein Blick in die Details der Versicherungsbedingungen lohnt sich. Sparen Sie nicht an ein paar Euro im Monat zulasten von ungünstigen Versicherungsbedingungen. Im Schadenfall ärgern Sie sich schwarz.

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KAPITEL 4

Wert der Arbeitskraft


Es mag ethisch nicht korrekt erscheinen, von „Humankapital“ zu sprechen, für den darzustellenden Sachverhalt gibt es aber kaum ein besseres Wort. Für die überwiegende Zahl von – vor allem jungen – Menschen stellt ihr Wissen bzw. ihre Ausbildung den alles entscheidenden Vermögenswert, eben deren „Kapital“ dar. 


Dies wird deutlich an folgendem Beispiel: Eine 35-jährige Akademikerin verdient derzeit 60.000 € brutto p. a. Bei einer angenommenen Einkommenssteigerung von 2 % p. a. wird sie bis zum Eintritt in den Ruhestand mit 67 Jahren ca. 2,68 Mio. € verdienen. 


Der Wert ihrer Arbeit, ihr „ideelles“ Vermögen oder eben ihr Humankapital, bemisst sich also auf diese 2,68 Mio. €. Dies gilt jedoch nur, wenn sie die nächsten 32 Jahre arbeiten kann und arbeiten wird. Ist ihr dies infolge eines Unfalls oder einer Krankheit nicht möglich, so kann sich ihr Humankapital im Extremfall innerhalb eines Tages auf 0 € reduzieren.

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KAPITEL 5

BU Rente trotz gesetzlicher Rentenversicherung?


Auch die Deutsche Rentenversicherung kannte einmal eine Berufsunfähigkeitsrente. Mittlerweile erhalten allerdings Personen, die nach dem 01.01.1961 geboren wurden, lediglich eine sog. Erwerbsminderungsrente.


Die wesentlichen Unterschiede bestehen in der Rentenhöhe und dem Ersatz des Berufes durch jedwede Erwerbstätigkeit.

Nach einem Mindestversicherungszeitraum von 5 Jahren (mit 3-jähriger Beitragszahlung) steht der versicherten Person eine Rente wegen halber Erwerbsminderung dann zu, wenn sie mehr als 3, aber weniger als 6 Stunden täglich irgendeiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann.


Sollte dies nur noch weniger als 3 Stunden möglich sein, erhält sie eine Rente wegen voller Erwerbsminderung. Dies gilt jedoch nur, sofern Reha-Maßnahmen keine Erfolge versprechen (der Grundsatz heißt „Reha vor Rente“). Die Höhe der halben/vollen Erwerbsminderungsrente beträgt durchschnittlich ca. 15 – 40 % des letzten Bruttogehaltes (das sind Pauschalwerte!). 


Da eine Erwerbsminderung in vielen Fällen (siehe oben) auf einer Krankheit beruht, also oftmals schleichend eintritt, beantragt 

der Betroffene selbst nur manchmal die Überprüfung seiner Erwerbsfähigkeit. In diesen Fällen hat vor allem der Krankenversicherungsträger ein Interesse daran, die Erwerbsminderung feststellen zu lassen.


Denn bei festgestellter mangelnder Erwerbsfähigkeit wird er von der Leistungspflicht zur Krankengeldzahlung (GKV) bzw. zur Zahlung eines versicherten Krankentagegeldes (PKV) frei, die Rentenversicherung tritt ein. Grundsätzlich wird die Zusage einer Erwerbsminderungsrente befristet erteilt, in aller Regel für einen Zeitraum von 1 – 3 Jahren.


Mit dem 67. Lebensjahr wandelt sich die Erwerbsminderungsrente in eine Altersrente. Diese ist mindestens so hoch wie die zuletzt gezahlte Erwerbsminderungsrente oder aber höher, wenn die erdienten Anwartschaften für die Altersrente die Erwerbsminderungsrente übersteigen.


Die gesetzliche Rentenversicherung hilft also nur im geringen Umfang, die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit abzumildern. Und das auch nur unter strengen Bedingungen. Der Staat unterscheidet sehr genau, in welchen Fällen die gesetzliche Rentenversicherung einspringt und wann nicht.


Die gesetzliche Rentenversicherung leistet keine Hilfe bei einer Berufsunfähigkeit, wenn ein anderer Beruf ausgeübt werden kann. Hier ein Beispiel:


Die Rentenversicherungsträger legen hohe Maßstäbe an die Feststellung einer verminderten Erwerbsfähigkeit. Dies wird aus dem folgenden Inhalt eines Schreibens der Landesversicherungsanstalt Westfalen von Oktober 2002 deutlich. Dort wurde beschieden, dass der Antragsteller weder teilweise noch voll erwerbsgemindert ist. Zu Begründung wurde angeführt:


„Ihr Leistungsvermögen ist zwar auf Grund der folgenden gesundheitlichen Einschränkungen 


• durch Ersatzprothese versorgter Aortenklappenfehler (künstl. Herzklappe)

• durch Bypass versorgte coronare Herzerkrankung

• medikamentös gut eingestellter Bluthochdruck

• depressive Verstimmungen mit Angststörungen

• Herzrhythmusstörungen

• Rückenbeschwerden bei Bandscheibenschaden


herabgesetzt, jedoch sind Sie mit der Ihnen verbliebenen Leistungsfähigkeit noch in der Lage, mindestens sechs Stunden täglich unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig zu sein.“


Es soll hier noch einmal darauf hingewiesen werden, dass es bei dieser Leistungsentscheidung nicht um die Prüfung einer beruflichen Tätigkeit z. B. bei einem sog. „Bürojob“ ging. Deshalb ist der ausgeübte Beruf irrelevant. Vielmehr wurde geprüft, ob der Antragsteller mit den genannten Erkrankungen erwerbstätig sein kann. Auch jemandem, der handwerklich tätig ist, wäre eine Erwerbsminderungsrente nicht gewährt worden.


Die staatlichen Leistungen sind selbst bei einer maximalen Erwerbsminderung nur gering und betragen in den meisten Fällen nicht mehr als 30 % des letzten Bruttoeinkommens. Das heißt, auch für diejenigen, die gesetzlich rentenversichert sind, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll und unverzichtbar, um im Fall der Fälle den gewohnten Lebensstandard beizubehalten.

KAPITEL 6

Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll auch mit Vorerkrankungen?


Ob Sie eine Berufsunfähigkeitsrente abschliessen können oder nicht, bzw. zu welchen Konditionen, dafür ist Ihr Gesundheitszustand maßgeblich verantwortlich. Auch wenn Vorerkrankungen bestehen, kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein.


Je nach Versicherung und Vorerkrankung können jedoch bestimmte Leistungen ganz ausgeschlossen werden oder der Antrag wird komplett abgelehnt. Dennoch gibt es Angebote, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei Vorerkrankung ermöglichen.


Laut Stiftung Warentest ist es bei einer Vorerkrankung sinnvoll, eine BU-Versicherung mit einer kürzeren Laufzeit und zunächst einer geringeren BU Rente zu wählen, um die Beiträge gering zu halten. Wenn dann im Laufe der Zeit die Vorerkrankung vollkommen ausgeheilt ist, können die Beiträge und die BU Rente sinnvoll erhöht werden. 

Niemand kann in die Zukunft schauen und sehen was passiert. Die BU Rente sollte deshalb bis zum geplanten Ruhestandseintritt laufen, möglichst bis zum Endalter 67 Jahre.

TIPP

KAPITEL 7

In welcher Höhe ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?


Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll, wenn die BU Rente im Versicherungsfall hoch genug ist, um den Verdienstausfall ausgleichen und den Lebensunterhalt mit der BU Rente bestreiten zu können.


Das heißt, bevor eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, sollte zusammengezählt werden, wie viel Geld monatlich für Miete, für Kleidung und Lebensmittel sowie für Versicherungen (Hausrat, KFZ) benötigt wird. Nicht vergessen werden dürfen die Beiträge für eine Rentenversicherung.


Wer lange Berufsunfähigkeit ist, erhält im Alter eine geringere Rente. Ebenfalls berücksichtigt werden sollte, dass Haushaltsgeräte nicht ewig halten und alle paar Jahre durch neue ersetzt werden müssen. Und, dass bei einer Berufsunfähigkeit die Beiträge für die Krankenversicherung selbst bezahlt werden müssen.

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KAPITEL 8

Fazit


Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll für alle, die auf eine finanzielle Absicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit angewiesen sind. Die Höhe der BU Rente sollte für die allgemeinen Lebenshaltungskosten angemessen sein.


Je früher eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, umso günstiger sind die Beiträge und die BU Rente kann bei gleichen Beiträgen entsprechend höher ausfallen. Wie denken Sie über die Notwendigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder möchten Sie weitere Informationen?

Gerne beantworten wir Ihre Fragen hier in den Kommentaren oder übermitteln Sie uns Ihre Frage über unser Kontaktformular.

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